Wir sind wieder mal in Frankreich unterwegs. Es soll an die herbstliche Ardèche gehen. Der abenteuerliche Canyon in Südfrankreich ruft schon eine Weile nach uns.
Aufgrund der längeren Anreise haben wir uns für einen Zwischenstop mit Übernachtung den Campingplatz Camping de I’lle in Ranchot ausgesucht. Der Campingplatz liegt nördlich des Jura zwischen Dole und Besançon direkt am Fluss und ist nur einen Steinwurf von der Autobahn entfernt. Trotzdem strahlt der kleine Ort Ruhe und Idylle aus. Genau das Richtige für die erste Nacht.
Dieses Mal kommt das kleine Outwell Zelt zum Einsatz. Es ist mit geringem Aufwand aufgestellt und schnell wieder abgebaut. Für die eine Nacht wird´s reichen, denken wir. Das Abendessen im letzten Sonnenlicht des Tages auf der Heckklappe des Pickups ist nicht sonderlich aufregend und nach einem Spaziergang über den Platz und runter zum Fluss, gehts ins Bett.
Nach einer regnerischen Nacht packen wir das Zelt schnell ein, um nicht von den nächsten Regenwolken erwischt zu werden. Entsprechend hektisch müssen wir „zwischen Tür und Angel“ frühstücken. Das Zelt müssen wir dann dort vor Ort nochmal auspacken und trocknen.
Mit einem bißchen Sehnsucht nach einem kleinen Wohnwagen brechen wir auf Richtung A7, Lyon und Ardèche.
Für die 400 km lange Anfahrt von unserem ersten Stop in Ranchot haben wir durch einige Staus recht lange benötigt und den Großteil des Tages auf der Autobahn verbracht. Nach dem Einchecken beim wirklich sympathischen Betreiber des Campingplatzes am Ufer der Ardèche haben wir uns bei einem Rundgang über den Campingplatz erstmal die Beine vertreten.
Der sehr schattige Platz mit erdigem Boden ist im heißen Sommer sicher ideal. Jetzt mit eher feuchten, regnerischem Wetter, war es für uns eine gute Entscheidung unser großes Baumwollzelt gut verpackt im Pickup zu lassen und auf ein Mobilheim upzugraden. Der Wetterbericht hat sogar für die nächsten Tage Gewitter gemeldet.
Das kleine Outwell-Zelt werden wir auf der Terrasse trocknen und auch wieder einpacken. Wir sind gespannt, was es in den nächsten Tagen hier alles zu entdecken gibt.
Da man nicht hungrig einkaufen soll, sind wir heute erst nach einem guten Frühstück mit Baguette und Croissant – vorbestellt an der Snack-Bar des Campingplatzes – zum Supermarkt aufgebrochen. Wir sind dieses Mal bewusst mit wenig Lebensmitteln gestartet, da wir gerne vor Ort einkaufen gehen.
Für eine kleine Wanderung am Nachmittag haben wir mit Komoot und Outdooractive einen Trail ausgesucht. Ein paar Kilometer die Straße flussabwärts entlang liegt in einer Kurve ganz unscheinbar der Einstieg in den Abschnitt dieses Wanderwegs. Ein sehr schöner, versteckter und abwechslungsreicher Pfad führt uns direkt am Wasser entlang.
Die angekündigte Gewitterfront lässt noch auf sich warten und die Temperatur liegt heute knapp über 30 Grad. Also halten wir Ausschau nach einer Stelle, an der wir uns im Fluß abkühlen können.
Später fahren wir noch ein Stück die Panorama-Straße der Ardèche-Schlucht entlang. Es gibt alle paar Kilometer Aussichtspunkte, einer spektakulärer als der andere. An jedem ist immer wieder ein anderer Blickwinkel der Schlucht zu sehen – und man sieht meist die selben Besucher, die man schon an den letzten Stops getroffen hat.
Die Panorama-Straße werden wir auch morgen wieder entlangfahren Richtung Saint-Martin-d’Ardèche.
Die Panorama-Straße entlang des Ardèche-Tals, dem „französischem Grand Canyon“ endet in Saint-Martin-d‘ Ardeche. Bei bestem Spätsommer-Wetter steht uns der Sinn nach einer Pause mit Abkühlung und wir parken am Picknickplatz des Stadtstrands. Nach dem Essen soll man zwar nicht schwimmen gehen, aber wir machen es trotzdem.
Beim Plantschen entdecken wir die Zinnen des gegenüber auf einer Anhöhe gelegene, schöne Örtchen Aiguèze. Nach einer kurzen Recherche auf Google Maps finden wir heraus, das der Ort eh auf unserem geplanten Rückweg liegt und zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt.
Noch ein kurzer Stop im eiskalt-klimatisiertem Supermarkt und dann gehts über die einspurige Brücke über den Fluss. Es ist Nachsaison und wir haben den unglaublich schönen Ort fast für uns alleine. Wir schlendern bestimmt zwei Stunden durch die malerischen Gassen. Die Bistros und Cafés haben zwar fast alle geschlossen, aber das nehmen wir gerne in Kauf.
Satt vor lauter Eindrücken und auch schon etwas müde durch das drückende, schwüle Wetter touren wir durch das Hinterland südlich des Ardèche-Canyons in einer großen Runde zurück zu unserem Mobilheim.
Der Ausflug nach Aiguèze hat sich gelohnt. Ein wunderschönes mittelalterliches Städtchen mit einem schönen Ausblick auf die Ardeche. Überall gab es etwas zu entdecken.
Es gibt noch viele weitere schöne Dörfer an der Ardeche. Das Dorf Balazuc habe wir leider nur im Schnelldurchlauf geschafft. Vielleicht klappt es bei der nächsten Reise, noch weitere Dörfer zu besichtigen.
Auch für diesen Urlaub haben wir uns im Vorfeld über Google Maps verschiedene Ausflugsziele ausgesucht. Dabei entdeckten wir das große Ardèche-Gebirge mit einem See. Ein Tagesausflug an den Rand des Gebirges zum Lac de Villefort schien das richtige Ziel zu sein.
Die Landschaft und auch die Temperatur sind ganz anders als an unserem Urlaubsort: kühler und auch feuchter. Die kurvenreichen Straßen führen uns durch bewaldete Berge. Der Wald besteht aus vielen Kastanienbäumen, die jetzt schon viele grüne Früchte tragen. Deshalb kann man in der Umgebung auch überall Kastanienprodukte kaufen.
Der Lac de Villefort ist ein großer Stausee und im Sommer sicher ein beliebtes Ausflugsziel mit vielen möglichen Aktivitäten. Da wir in der Nebensaison unterwegs sind, haben wir den See fast für uns allein. Ein paar vereinzelte Wohnmobile und eine Gruppe Motorradfahrer teilen sich mit uns die Picknickplätze.
Nach einem entspannten und fast regenfreien Picknick laufen wir noch ein Stück am See entlang und schauen uns den Campingplatz an. Der Campingplatz Lac de Villefort ist terrassenförmig angelegt und es gibt viele Chalets. Das fällt uns in Frankreich immer wieder als Unterschied zu Deutschland auf: In Frankreich gibt es auf jedem Campingplatz Mobilheime, man kann ohne Probleme auf einem Campingplatz wohnen, ohne ein Zelt, einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil zu besitzen und man kann die naturnahe Umgebung eines Campingplatzes genießen.
Wir wollen noch ein Stück am See entlang fahren, immer wieder anhalten und die Aussicht auf See und Berge genießen. Der Rückweg führt uns wieder über kurvige Straßen hinunter ins Tal zu unserem Campingplatz an der Ardèche. Bei einem leckeren Abendessen im Restaurant des Campingplatzes lassen wir den Tag ausklingen und planen unsere Heimreise.