AvD Histo Monte – Vorbereitungen

Von der Schraubergarage nach Monaco: Unser Fahrbericht zur AvD Histo Monte 2011

Mit der Teilnahme an der 17. AvD Histo Monte – in vier Tagen von Deutschland nach Monaco – begann für uns ein völlig neues Kapitel im historischen Motorsport. Was ursprünglich als gewöhnlicher Alltag mit Schrauberstunden und Youngtimer-Pflege begann, nahm durch einen unerwarteten Gewinn eine rasante Wendung.

2010-2011

AvD Histo Monte 2011

06. August 2010

Projekt Histo Monte Teil #1

Es passieren die merkwürdigsten Dinge! Gerade wenn man am überlegen ist, ob sich das Hobby mit den alten Autos, der Bastelgarage und den Unterhaltskosten für einen Youngtimer im Alltagseinsatz noch lohnt, trifft einen das Schicksal unvorbereitet! Um´s kurz zu machen: Ich habe vor einigen Monaten an einer Abstimmung mit Gewinnspiel bei der AUTO BILD Klassik teilgenommen. Es ging um die Wahl zum Goldenen Klassik Lenkrad. Als ich vor kurzem schon nicht mehr dran dachte, hatte ich an einem sonnigen Freitagnachmittag den netten Herrn Meyer aus der AUTO BILD-Redaktion auf dem Anrufbeantworter.

Er versicherte mir glaubhaft, das ich den zweiten Preis gewonnen habe: Die Teilnahme an der AvD Histo Monte 2011!

Ah! Wie? Jetzt? Also…. äh… Wirklich keine Abowerbung? Neee, jetzt echt…?

OK, erstmal sammeln, verdauen und überlegen. Ein schlafloses Wochenende später konnten Jessie und ich die ersten klaren Gedanken fassen. Wir beschlossen erstmal die Füße still zu halten und die Übergabe des Preises auf der Verleihung des Goldenen Klassiklenkrades in der Autostadt in Wolfsburg abzu warten. Bis dahin durchwühlten wir schon mal das Internet nach verwertbaren Infos…

Dazu später mehr. Ich halte Euch auf dem Laufenden…

20. September 2010

Projekt Histo Monte Teil #2

Wie schon berichtet, stand die Entgegennahme unseres Gewinns – der Teilnahme an der AvD Histo Monte – noch aus. AUTO BILD Klassik hatte uns zur Verleihung des Goldenen Klassik Lenkrads in die Autostadt nach Wolfsburg zu Volkswagen eingeladen. Bei dieser Art „Oscarverleihung“ der Oldtimerszene sollten auch wir Näheres erfahren.

Zuerst stand uns die Reise nach Wolfsburg bevor. Zu einer absolut unchristlichen Zeit starteten wir mit Jessies Polo gen Fulda, um dort den ICE zu nehmen.

Am Bahnhof angekommen war ich immer noch nicht wach. Selbst der „fast“ genießbare ToGo-Kaffee änderte wenig. Dafür hellte das Wetter unsere gute Stimmung noch weiter auf. Übrigens erinnerte mich der Bahnsteig an meine Schulzeiten in Fulda – und machte mich froh, dass ich da nicht mehr hin muss.

Ein Pizzastückchen später kam unser ICE. Wir beschlossen, den könne man sich beim Umsteigen gut merken: Wir nehmen einfach den weißen mit rotem Rallyestreifen.

Meinem Grafiker-Morgen-Dämmerzustand erwacht, waren wir auch schon bald in Wolfsburg ankommen. Vor einigen Jahren waren wir schon einmal dort und hatten uns damals einen ganzen Tag lang alles angesehen. Somit konnten wir uns jetzt auf das Wesentliche konzentrieren.

Das Volkswagenwerk-eigene Kraftwerk wirkt wahnsinnig imposant. Und erinnert mich an Willy Wonkas Schokoladenfabrik. Das Gebäude des Volkswagenwerks am Mittellandkanal ist übrigens gut 1,5 km lang! Das ist länger als das Gebäude des Flughafen Tempelhof. Warum das nicht bei Wikipedia als eines der längsten Gebäude Europas auftaucht, kann ich mir nicht erklären. Aber guckt´s Euch mal bei Google Maps von oben an!

Der Event zur Preisverleihung fand im Zeithaus statt. Hier stellt Volkswagen wechselnd ca. 90 Ikonen der KFZ-Historie aus, nicht nur VWs.

Da stand der 1. Preis: 70 PS, Schalter, braunes Interieur und in einem Topzustand. Ganz knapp daneben, aber nur ganz knapp… Den Gewinner konnten wir später noch kennenlernen und feststellen, dass der Jetta bei ihm auch gut aufgehoben ist. Da hat es – wenn schon nicht mich – den Richtigen getroffen.

Nach der Verleihung, dem anschließenden Mittagessen und Networking, bei dem wir wirklich ganz tolle Menschen kennengelernt haben, bekam Markus seinen neuen, alten Jetta überreicht. Mit im Bild: die leicht wehmütigen Jungs aus der Werkstatt, die viel Arbeit in das Auto gesteckt hatten und es nun von dannen ziehen lassen mussten.

So sieht es im Zeithaus auf der Nicht-VW-Gebäudeseite auf sechs Etagen von innen aus. Wirkt auf den ersten Blick wie die Privatgarage eines Ölscheichs. Man kann sich direkt wohlfühlen.

Da der Event eine geschlossene Gesellschaft war, hatten die geladenen Gäste die wohl einmalige Gelegenheit, in allen Exponaten Probe zu sitzen und sich vom sympathischen Werkstatt-Team alle Background-Infos erzählen zu lassen. Die Jungs aus der Werkstatt hatten an diesem Tag ihren Blaumann gegen Anzug und Krawatte getauscht und einige interessante Storys auf Lager.

In den Lamborghini Countach passte SIE wenigstens noch rein. ICH musste den Countach von meiner Most-Wanted-Liste streichen: Zu dick, zu lang, zu breit. Also nicht das Auto, sondern ich. Meinereiner bekommt Platzangst und stößt überall an. Übrigens, wenn man als Frau gesagt bekommt, die rassigen italienischen Sportwagen stünden einem besonders gut, ist das ein K-O-M-P-L-I-M-E-N-T !

Na gut, Emma Peel-mäßig im E-Type geht auch noch. Da harmoniert die Farbe gut mit dem “Herbsttyp”.

Für Jessie ging ein Traum in Erfüllung: Probesitzen in allen erdenklichen Klassikern. Hier testet sie die Ergonomie in einer Citroen DS. Ich sag nur: „Nein! – Doch! – Ohh! “

Ha! Stilbruch! Ich habe ein Mikrofon für die Freisprechanlage im Miuara entdeckt. Der passte übrigens viel besser – mein Favorit an diesem Tag. 

Italiener, Sportwagen, passt.

Rallye Golf G60 – der Traum zu meinem Schulzeiten. Hier stimmt alles. Nur die Farbe… Torsten würde sagen „Duschgel-Blau metallic“. Bei so vielen Traumautos wurde man schon langsam wählerisch.

So stelle ich mir einen LSD-Trip vor. Bugatti Veyron in Chrom und in einer Lichtinstallation auf einer Spiegelfläche arrangiert. Wuaah, das Sehzentrum war bei 99% Prozessorleistung.

Der GTI stand vor dem VW-Zubehörshop. Hach, was wäre ich froh gewesen, wir hätten damit – anstatt mit der Bahn – nach Hause düsen können.

Uns blieb noch einige Zeit, bis wir uns mit dem großen Histo-Monte-Gutschein im Gepäck auf die Heimreise machen mussten. Also flanierten wir noch durch die Autostadt. Wie eingangs erwähnt, waren wir froh, das schon gesehen zu haben. Bei den vielen Eindrücken an diesem Tag, wären wir irgendwann überfordert gewesen.

Die Autostadt ist im Altweibersommer ein Traum!

Noch 45 Minuten bis zur Abfahrt. Wir probierten noch schnell die weltberühmte VW-Currywurst mit Pommes für schlanke 5,90 Euro. Unter uns hessischen Betschwestern: Meine neue Lieblings-Currywurst wird die nicht.

Abfahrt gen Heimat. Müde, erschöpft, aber glücklich und mit tollen Eindrucken versorgt gelang der Heimweg problemlos. Und die ersten Pläne zur Rallyevorbereitung wurden auch schon geschmiedet…

 

07. November 2010 bis 13. Februar 2011

Weitere Vorbereitung bis zum Start

Nach der offiziellen Preisübergabe und der finalen Nennung begannen die intensiven technischen Vorbereitungen an unserem Peugeot 309. In späten Abendschichten montierten wir Stahlflex-Bremsschläuche, entlüfteten die Bremsanlage und behoben kritische Schwachstellen an den Bremssätteln. Parallel dazu kalibrierten wir den Wegstreckenzähler, verpackten Ersatzteile und absolvierten letzte Testfahrten, um die technische Startklarheit sicherzustellen.

Unterstützt wurden wir dabei von unseren Partnern und Sponsoren: der Autowerkstatt Schlichting, Hemü, Baumbach HörCom, POLYTOP, Glanzpunkt Wagenpflege sowie Vredestein. Ein besonderer Dank gilt zudem unseren Familien für den nötigen Rückhalt und der Unterstützung.

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